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Alexander Agricola

 

wurde am 12.Oktober 1927  ( genau 435 Jahre nach der Entdeckung Amerikas ) in München geboren. Seine Familie stammte aus der Oberpfalz und lebte seit 1920 in Pasing, das damals noch nicht zu München gehörte. Später zog man in einen westlichen Vorort  um, wo Alexanders Vater ein Installationsgeschäft betrieb und nebenbei auch stellvertretender Stützpunktleiter der NSDAP wurde. 1938 überwarf sich sein Vater mit dem Kreisleiter und legte sein Amt nieder.

 

Als der 2.Weltkrieg ausbrach, war Alexander 12 Jahre alt. Nach 4 Jahren in der dörflichen Volksschule besuchte er die Oberschule Pasing und kam von dort  (noch nicht einmal 16 Jahre alt) mit der ganzen Klasse als ‚Luftwaffenhelfer‘ zur Flak. Im Sommer 1944 folgte der ‚Reichsarbeitsdienst‘ (in Eggenfelden und Pocking – Niederbayern). Wegen eines gebrochenen Mittelfußknochens wurde er vom Militärdienst zurückgestellt, erst Anfang Januar 1945 musste er – in die Türkenkaserne zu München – ‚einrücken‘. Kaum eine Woche später brannte die Kaserne nach einem nächtlichen Bombardement der Engländer größtenteils ab. Bei den Löscharbeiten wurde Alexanders gerade verheilter Fuß erneut verletzt, was ihm vermutlich das Leben rettete, denn von der Infantrietruppe, zu der er einrücken sollte, kamen nur wenige wieder nach Hause.

 

Nach dem Krieg studierte Alexander am Oskar-v.Miller-Polytechnikum und wurde Ingenieur.

 

Er hätte sich schon damals lieber mit der Literatur beschäftigt und versuchte das auch nach bestandener Abschlussprüfung mit einer Ausbildung zum Dramatur-gen“ bei dem Filmregisseur Helmut Weiß und dessen Orlando-Filmgesellschaft, die aber 1954 die damalige Finanzkrise dieser Branche nicht überlebte. Er wurde zwar zu anderen Unternehmen in Wien und Hamburg empfohlen, fand daber keine dauerhafte Basis und wechselte schließlich die Seiten und verkaufte nun Bücher, unter anderem auch als Werber und Gruppenleiter für die erste deutsche Buchgemeinschaft. Damit war er zwischen Hamburg und Frankfurt mehrere Jahre ständig unterwegs.

 

In Stuttgart lernte er 1957 seine Frau kennen, 1958 wurde geheiratet und 1963-66 kamen zwei Söhne auf die Welt. Da war es Schluss mit dem Vagabundenleben, Alexander kehrte nach München heim, machte sich bald in seinem erlernten Beruf selbstständig und fand erst 1989 wieder Zeit, noch einmal den Schreibstift in die Hand zu nehmen. Er schrieb einen  Stadtführer von München, der im damaligel Hugendubel-Verlag erschien. Auf den Geschmack gekommen, wollte er schon damals die Zeit von 1943-45 aus seiner Sicht beschreiben, es dauerte aber 15 Jahre, ehe er damit beginnen konnte. Inzwischen war seine Frau gestorben und die Kinder aus dem Haus, Zeit hatte er jetzt. Zunächst aktualisierte er seinen Stadtführer, aus dem schließlich ein völlig neues Buch entstand (das aber immer noch nicht ganz fertig ist).

 

Daneben erinnerte er sich aber jener Tage nach 1943, in der die Welt für die jungen Menschen von damals völlig aus den Angeln ging. Er wollte nicht die ‚Zeit‘ beschreiben, sondern nur 3 Jahre aus seinem  Leben. Das war seine ureigenste Zeitgeschichte und man bestätigt ihm heute, dass ihm das gelungen sei. Der Titel ‚Reichsjudenfett‘ fiel ihm erst später ein, wurde aber zum Leitfaden dieser Erinnerungen. Eigentlich war Reichjudenfett ein Spottwort für eine (Kriegs-)Seife, der kaum Schaum zu entlocken war. „Man sollte die Bande besser füttern, bevor man sie verkocht“ röhrte sein Freund Helmut beim Duschen. Die meisten lachten, Alexander aber dachte an Cala, eine sehr liebe Freundin, von der er erst seit kurzem wusste, dass sie einen  jüdischen Vater hatte. Er suchte eine Antwort – bei Calas Mutter, bei seinen Eltern – niemand wollte darüber sprechen. Das Thema war zu heiß. Nur Imogen Noel, eine Freun-din seiner Eltern sagte, natürlich sei das Blödsinn, aber es sei entsetzlich genug, dass es dieses Wort überhaupt gibt. Nur, was sollte, was konnte man tun? Nichts. Nur versuchen, zu überleben.

 

Das Buch Reichsjudenfett ist im Selbstverlag und als E-Book erschienen.   

 

Eine erste Kritik:(www.amazon.de):

Der Autor (88 J.) beschreibt mit einer herrlich jugendlichen Leichtigkeit die letzten Kriegsjahre aus seiner Sicht. Er erzählt, dass die Jugend von damals mit ähnlichen Problemen kämpfte wie heute,nur eingeschränkt war durch fehlende Alternativen. Ein grandioses Stück Geschichte mit einer Überraschung zum Ende. ****